Frühlingsabend

Der helle Maitag geht gemach zu Ende;
Die dunkelgrauen Frühlingswolken zieh'n
In erster Dämm'rung über die Gelände,
Wo Veilchen suchend noch die Kinder knien.

In allen Gärten flöten hell die Stare;
In unbelaubten Wipfeln rauscht der Wind,
Das wühlt wie Kinderhand in meinem Haare, —
Ich atme tief. — Wie grün die Wiesen sind!

Die Frühlingssehnsucht dieser Abendstunde,
Zu alten Träumen kehrt sie still zurück, —
Und ruft und lockt mit jugendrotem Munde:
Die Veilchen blüh'n! Blüh' auf, verdorrtes Glück!

Agnes Miegel
(1903)

Erläuterung, Hintergrund
Agnes Miegel widmete zahlreiche Gedichte ihrer ostpreußischen Heimat.
(Anm. d. Hrg.)
Ernesto Handmann
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