Das Schreien

nach dem Italienischen

Jüngst schlich ich meinem Mädchen nach,
Und ohne Hindernis
Umfasst ich sie im Hain; sie sprach:
Lass mich, ich schrei gewiss!

Da droht' ich trotzig: Ha, ich will
Den töten, der uns stört!
Still, winkt sie lispelnd, Liebster, still,
Damit dich niemand hört!

Johann Wolfgang von Goethe
(1767)

Erläuterung, Entstehung
Das Gedicht "Das Schreien" gehört zu einer Reihe von insgesamt neunzehn verschiedenartigen Texten, die der jugendliche Goethe 1766 in Leipzig verfasste. Im Jahre 1767 erschienen sie handschriftlich in der Anna Katharina Schönkopf (gen. Käthchen Schönkopf) gewidmeten Sammlung "Annette". "Das Schreien" wurde bald darauf (bereits verändert?) in das sog. "Leipziger Liederbuch" aufgenommen, einer Gedichtsammlung aus dem Jahre 1768 (s. a. "Pygmalion" und "Die Nacht").
Bekanntlich wich zu Goethes Jugendzeit die individuell praktizierte Orthographie von den heute allgemein festgelegten Regeln z. T. erheblich ab. Drei Beispiele seien zu diesem Gedicht genannt: Im Originaltext heißt es (wie oft bei Goethe) "Mädgen", "trozzig" und "nach dem Italiänischen".
(Anm. d. Hrg.)

Ernesto Handmann
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