Ernesto Handmann
Alte Bauernregeln
Lustige Bauernregeln − witzige Wetterregeln

Wetter und Natur im Jahresverlauf

Fällt viel Schnee im Januar,   ist die Saat im Märzen da.
Bläst ein Sturm im Neuen Jahre,   kriegt der Bauer wirre Haare.
Fällt im Februar kein Regen,   kann es ihn zu Ostern geben.
Schrei'n im Februar die Spatzen,   gibt's im Mai ganz viele Katzen.
Bläst an Lichtmess stark der Wind,   gibt viel Milch das Leistungsrind.
Scheint die Sonn' im Februar,   sind die Tage hell und klar.
Wenn gen Nord die Gänse zieh'n,   werden bald die Veilchen blühn.
Wenn im März die Sonne scheint,   sind die Wolken weggeräumt.
Im März die Sonn' ist nicht von Dauer,   wenn schon droht der nächste Schauer.
Fällt zum Osterfest viel Schnee,   blüht noch lange nicht der Klee.
Wenn Karfreitag fällt ins Wasser,   wird es Ostern nicht viel nasser.
Bringt Karfreitag Sturmgebraus,   bleibt der Bauer schön zu Haus.
Wenn im März die Winde weh'n,   kann man bald die Primeln seh'n.
Wer im April schon liegt im Freien,   wird's bald darauf bestimmt bereuen.
Scheint der Vollmond im April,   macht die Bäurin, was sie will.
Kommt der Storch aus Afrika,   ist auch bald der Frühling da.
Kehr'n die Störche spät zurück,   ha'm die Frösche großes Glück.
Kommt Pankratius aus Nordost,   gibt's im Mai des Nachts noch Frost.
Friert im Mai dir blau das Knie,   ist's die eisige Sophie.
Ist Pankratius frostig kalt,   auch Sophie bringt Kälte bald.
Wenn Pankraz und Co. regieren,   auch Sophie lässt alle frieren.
Die kalt' Sophie kommt Mitte Mai,   hat Frost und Kälte mit dabei.
Wenn im Mai die Sonne lacht,   hat es Petrus gut gemacht.
Wächst im Mai der grüne Rasen,   hoppeln bald darauf die Hasen.
Krieg'n im Mai die Büsche Blätter,   wirkt die Landschaft gleich viel netter.
Ruft der Kuckuck im Geäst,   der Sommer uns schön grüßen lässt.
Wenn im Mai der Kuckuck ruft,   gibt es Pfingsten milde Luft.
Blüht im Mai der Wachtelweizen,   braucht man erstmal nicht zu heizen.
Sprießt im Mai der Löwenzahn,   fängt auch bald der Sommer an.
Scheint der Vollmond Ende Mai,   ist der Monat bald vorbei.
Wenn Himmelfahrt die Sonne scheint,   hat es Petrus gut gemeint.
Regenwolken am Pfingstmontag:   Sonn' und Bauer haben Schontag.
Gibt's im Juni viele Fliegen,   könn'n die Schwalben Junge kriegen.
Gibt's im Juni trocknes Heu,   ist der Sommer noch ganz neu.
Ist der Juni warm und trocken,   kann der Bauer draußen hocken.
Fall'n im Juni viele Tropfen,   kann der Bauer Karten klopfen.
Schießt der Spargel früh ins Kraut,   der Städter ihn woanders klaut.
Stäubt der Roggen vor der Gerste,   wird er sein beim Schnitt der erste.
Blüht Johanni noch das Gras,   wird November kalt und nass.
Schrei'n Johanni laut die Gänse,   braucht das Wiesengras die Sense.
Brennt die Sonne auf den Rücken,   kommt die Zeit zum Erdbeerpflücken.
Wenn Siebenschläfer Regen fällt,   man unters Dach sich besser stellt.
Ist's Siebenschläfer nass und feucht,   man besser nach Mallorca fleucht.
Gibt's im Juli Reg'n und Sonne,   bringt's dem Bauern Freud' und Wonne.
Gibt's im Juli Sonnenstrahlen,   wird der Gerste das gefallen.
Fällt im Juli sehr viel Regen,   kann's 'ne schlechte Ernte geben.
Wird im Juli Stroh gedroschen,   bringt's dem Bauern manchen Groschen.
Komm'n die schwülen Julitage,   wer'n die Bremsen dir zur Plage.
Schwirr'n im Juli viele Mucken,   wird's den Bauern häufig jucken.
Zirpt im Dunkeln laut die Schrecke,   schaut der Herbst schon um die Ecke.
Ziehen fort die Nachtigallen,   bald die ersten Blätter fallen.
Reifen Äpfel im Gezweige,   geht der Sommer schon zur Neige.
Röhrt der Hirsch des Nachts am Hage,   werden kühl und kurz die Tage.
Gilbt das Weinlaub an der Mauer,   liegt der Winter auf der Lauer.
Wühlt im Herbst der Regenwurm,   gibt's im Winter manchen Sturm.
Wenn im Herbst die Schwalben reisen,   ungeniert die Mücken kreisen.
Kriegt die Buche gelbes Laub,   fällt das Jahr dem Herbst zum Raub.
Ist November nass und kalt,   kommt der nächste Winter bald.
Ist die Buche ohne Blätter,   feucht und kalt wird dann das Wetter.
Wenn vorm Christfest weht der Wind,   kommt auch bald das Jesuskind.
Fällt viel Schnee zur Weihnachtszeit,   ist Silvester nicht mehr weit.
Heult Silvester der Nordost,   bringt er mit sich Eis und Frost.

Der Bauernklau
Mit fremden Federn sich zu schmücken,
füllt manche Landsleut' mit Entzücken.
Sie fragen nicht, sie zaudern nicht,
sie kennen weder Ehr' noch Pflicht:
Sie stehlen hier ganz ungeniert,
damit's dann eigne Seiten ziert.
Ob Friesland, Hessen, Südtirol,
manch' Landsleut' lügen ganz frivol.
Sie tun, als sei'n sie genial,
obwohl sie handeln illegal.
Doch diese Bauernverse stammen
von E. (Punkt) Handmann all' zusammen.
© Ernesto Handmann
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© Ernesto Handmann (März 2001, Januar 2009)
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