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Frauen nach Büttenwarder?
In Büttenwarder – Fluch oder Segen? –
sind keine Frauensleut' zugegen.
Man sieht dort nie ein Frauenzimmer!
Die Kerle sind alleine immer.
Ob Adsche, Kuno, Brackelmann –
kein Mann im Dorf mal knutschen kann.
Es mangelt an Gelegenheit;
nie lockt ein Hauch von Weiblichkeit.
Um dieses Dorfes Männerwelt
ist's deshalb gar nicht gut bestellt:
Vor Gram sie in die Kneipe gehn,
um an der Theke rumzustehn
und, ohne drüber nachzudenken,
des Tages Öde zu ertränken.
Wenn Männer nur die Gläser heben,
Wie soll es da wohl Nachwuchs geben?
Für Büttenwarder sieht, oh, Graus,
die Zukunft deshalb düster aus.
Was wäre nun, wenn aber doch?
Wär' Büttenwarder immer noch
der norddeutsch-friedlich öde Ort,
wo selten fällt ein böses Wort?
Wo Dröhnigkeit die Welt regiert
und keiner die Geduld verliert?
Blieb Shortys Krug der Mittelpunkt,
wo keine Frau dazwischenfunkt? — —
Freund Kuno würd' beim Weibe bleiben,
Statt sich bei Shorty rumzutreiben.
Und Adsche liebte statt des Mofas
die weichen Kissen seines Sofas
und schnarchte an des Weibes Seit' —
vorbei wär's mit der Lustigkeit!
Der Drehbuchmensch, so mein Empfinden,
Müsst' Büttenwarder neu erfinden.
Drum darf' s ruhig bleiben ohne Frau'n,
dann wird man's gerne weiterschau'n.
© Ernesto Handmann
Einfalt
Von Hildesheim bis Helgoland
ist Büttenwarder wohl bekannt.
An dieses Dorfes tumben Leuten
sich viele Städter schon erfreuten.
Was Kurt und Adsche auch ersinnen,
um ihrem Schicksal zu entrinnen, –
nichts will den Büttenwardern glücken;
das Leben hat zu viele Tücken.
Ob Goetheort, ob Börsentipps,
es reicht nicht aus ihr bisschen Grips,
um Büttenwarder zu erwecken,
dass reiche Gäste es entdecken.
Selbst Büttenwarders klügste Köpfe
sind hohler noch als Blumentöpfe.
Und Büttenwarders simple Welt
so mancher Mensch für wahrhaft hält.
Gibt's solche Dörfer heute noch?
Du weißt es nicht? Du weißt es doch!
© Ernesto Handmann
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